Grußwort von Carsten Körnig

Die Solarbranche kannte in den vergangenen Jahren fast ausschließlich Wachstum: mehr Absatz, mehr Umsatz, mehr Mitarbeiter. Doch aktuell befindet sich die Branche in einer schwierigen Phase. Viele Unternehmen weltweit sehen sich aktuell großen Herausforderungen gegenüber. Die Produktionskapazitäten sind jüngst schneller gewachsen als die Nachfrage. Durch das Überangebot herrscht enormer Preisdruck. Diese Zwischenphase dürfte sich aber hoffentlich bald dem Ende neigen. Die Unternehmensberatung McKinsey konstatiert der Photovoltaik in der vielbeachteten Studie „Solar power: Darkest bevor dawn" (Solarstrom: Am dunkelsten ist es kurz vor Sonnenaufgang) beste Zukunftsaussichten. Der weltweite Solarstrommarkt dürfte demnach bis 2020 um 400 bis 600 Gigawatt wachsen. Zum Vergleich: Derzeit sind etwa 65 Gigawatt installiert. Mit sinkenden Stromgestehungskosten wird Solarstrom in immer mehr Ländern auch ohne garantierte Einspeisevergütung wettbewerbsfähig. Gestützt auf einen weiterhin hoffentlich starken Heimatmarkt können die deutschen Photovoltaik-Unternehmen in den nächsten Jahren neue Märkte im Ausland erobern. Denn insbesondere hinter den Grenzen bieten sich viele Chancen für neues Wachstum.

Über Potenzial in ähnlicher Größenordnung verfügt die Solarwärme. Mehr als 1,7 Million Solarwärmeanlagen heizen in Deutschland bereits und es werden stetig mehr. Nicht nur zahlloseEigenheimbesitzer nutzen Solarwärme zur Heizungsunterstützung oder Brauchwassererwärmung. In Gewerbebetrieben und der Industrie wird immer häufiger auf Solarthermie für die Erzeugung von Prozesswärme gesetzt. Die Solarwärme-Branche steht kurz davor, den nächsten Wachstumsschritt zu meistern. Ein stabiles haushaltsunabhängiges Förderinstrument, das regenerative Wärmegesetz, könnte sie dabei maßgeblich unterstützen.

Dass die Solarenergie in nur wenigen Jahren den heutigen Stellenwert erreichen konnte, ist zuerst das Verdienst eines entschlossenen deutschen Solar-Unternehmertums. Im Verband, in dem die Interessen der gesamten solaren Wertschöpfungskette artikuliert und gebündelt werden, entsteht erst die gemeinsame Stärke. Der Bundesverband Solarwirtschaft ist dieses starke Netzwerk der deutschen Solarwirtschaft. Wir treten dafür ein, dass unternehmerisches Handeln die geeigneten gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen vorfindet. Wie wichtig die Bündelung der solaren Kräfte ist, zeigt sich immer wieder in der politischen Debatte. Wir haben einen Gutteil des Wegs bereits bestritten, weitere Herausforderungen liegen noch vor uns. Gemeinsam werden wir diese Anstrengung meistern. Wir freuen uns darauf.

Einen hohen Wirkungsgrad wünscht

Carsten Körnig
Hauptgeschäftsführer
Bundesverband Solarwirtschaft e.V.